Neue Deutsch-chinesische Allianz Dualer Berufsbildung

Organisationen und Unternehmen der beruflichen Bildung haben am 21.10.2017 in Nanjing eine neue “Deutsch-chinesische Allianz der Dualen Berufsbildung” förmlich gegründet. Im Unterschied zu bereits bestehenden bilateralen Bildungsverbänden konzentriert sich die neue Allianz auch ihrem chinesischen Namen nach auf die Kooperation zwischen Wirtschaft und Schulen, also tatsächlich auf “duale” Berufsbildung.

Sino-German TVET Alliance Founded

Die Gründung erfolgte beim “International Summit for Vocational Education”, der wiederum Bestandteil der Messe Education Plus 2017 des Veranstalters Messe Stuttgart Nanjing Ltd. war. Nach Verabschiedung der Satzung wurde Simon Zhao zum Gründungsvorsitzenden der Allianz gewählt, CEO des National Center for Open & Distance Education in Peking.

Mark Ma, Vize-GM von Open Education, verwies auf das enorme Marktvolumen Chinas für berufliche Bildung, das laut einer Studie von 2016 rund 600 Mrd RMB beträgt (umgerechnet 78 Mrd Euro) und noch weiter wächst. Vor diesem Hintergrund habe die neue Allianz das Ziel, die Kooperation zwischen Wirtschaft und Schulen in der Berufsbildung zu entwickeln,  dabei die Umsetzung der deutsch-chinesischen Berufsbildungsstrategie zu unterstützen und eine neue und nachhaltige Form der Zusammenarbeit zu etablieren.

Die neue Allianz ist eine Zweig-Organisation der “China External Cooperative Alliance of Vocational Education” mit Sitz in Peking.

 

Open Education Delegation

Eine kleine Delegation des chinesischen National Center for Open and Distance Education besuchte am 28.06.2017 die Duale Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart. Die Gruppe wurde von Prof. Harald Stuhler empfangen, dem Studiengangsleiter der DHBW für Fahrzeug-System-Engineering.

Das National Center for Open and Distance Education ist mit 3,5 Millionen eingeschriebenen Studierenden eine der größten Bildungseinrichtungen der Welt. Es hat sich auf Online-Studium spezialisiert und kooperiert dabei mit allen namhaften Universitäten Chinas. Das Center ist eine Kooperation des Elektro-Konzerns TCL mit dem chinesischen Bildungsministerium MOE. Seit kurzem strebt das Center an, durch seine Tochtergesellschaft I-Vocedu ein Berufsbildungsangebot aufzubauen, das sich am deutschen dualen System orientiert.

OPEN @ Baden Wuerttemberg

Die Delegation wurde geleitet von Simon Zhao,  dem CEO of Open Education. Weiter Teilnehmer waren Wu Shujun, Direktor des Open Berufsbildungszentrums, Mark Ma, Vize-Generaldirektor, und Tina Jin, Vizepräsidentin der Shenzhen TCL Education Technology Co., Ltd.

Der Fachbesuch wurde organisiert vom früheren Projektleiter China der BMW AG, Klaus-Jürgen “Kayjay” Brix, der inzwischen die I-Vocedu in Shenzhen, China berät. Weitere Teilnehmer waren Oliver Schindler, Geschäftsführer der ITW Schindler GmbH sowie der ehemalige Sektorverantwortliche für Berufsbildung der GIZ in China, Helmut Schönleber.

Rückgang der Ausbildungsbetriebsquote

Die Ausbildungsbetriebsquote ist der Anteil ausbildender Betriebe an der Gesamtzahl aller Betriebe. Die Quote ist erneut gesunken und lag 2015 bei 20,0 % (2014: 20,3 %). Der Bestandsverlust an Ausbildungsbetrieben ist ausschließlich auf Kleinstbetriebe (weniger als zehn Beschäftigte) und auf die Nichtbeteiligung an Ausbildung von Kleinstbetrieben in neuen Branchen ohne Ausbildungstradition zurück zuführen. Zu beachten ist, dass laut iAB Betriebspanel nur etwas mehr als die Hälfte (2014: 57 %) der Betriebe ausbildungsberechtigt sind. Die Quote bezieht sich aber auf alle Betriebe mit sozialversicherungsplichtig Beschäftigten. Mit steigender Betriebsgröße steigt die Ausbildungsbetriebsquote (Kleinstbetriebe 12,0 %, Kleinbetriebe 43,4 %, mittlere Betriebe 66,4 %, Großbetriebe 81,3 %).

Quelle: BMBF Berufsbildungsbericht 2017

Hessische Unternehmer in Anhui

Die Industrie- und Handelskammern Darmstadt, Offenbach, Hanau und Heidelberg haben Ende März 2006 gemeinsam eine Unternehmerreise nach Peking, Shanghai, Hefei, Wuhu (beide in der Provinz Anhui) und Guangzhou organisiert. Delegationsleiter war der Darmstädter IHK-Vizepräsident Heinz-Peter Aulbach. Allein in Anhui wurden von SEQUA im Rahmen des deutsch-chinesischen KMU-Förderprogrammes drei Kontaktbörsen mit chinesischen Unternehmern, mehrere Firmenbesuche, sowie Gespräche und Bankette mit der Provinzregierung und zwei Stadtregierungen arrangiert. Eines der Highlights war der Besuch in Wuhu bei der Chery Automotive Group, der Nova unter den unabhängigen Autoherstellern Chinas.

Kontaktbörse in Hefei

Kontaktbörse in Hefei

Beim Vizebürgermeister von Wuhu

Beim Vizebürgermeister von Wuhu

Abendessen mit dem Handelsminister

Abendessen mit dem Handelsminister

Logistik-Delegation besucht Europa

Geschäftskontakte knüpfen

Eine kleine Gruppe chinesischer Unternehmer der Logistik-Branche hat Ende Februar bis Anfang März 2006 Deutschland, Dänemark und Schweden besucht. Ziel war es, Geschäftskontakte mit europäischen Kollegen aufzubauen sowie Informationen über Gestaltung und Leitung einer Logistik-Kammer zu erhalten. Einige der Teilnehmer sind ausserdem daran interessiert, in Deutschland eigene Filialen und Tochtergesellschaften zu gründen.

Bremerhaven

Bremerhaven

Besuch bei Schenker Logistics

Besuch bei Schenker Logistics

 

Kontaktbörse in Darmstadt

Zu einer “Kontaktbörse Anhui Automotive” haben sich am 25.10.2005 in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt 120 deutsche und chinesische Unternehmer, Politiker und Kammerführungskräfte getroffen. Drei verschiedene Unternehmergruppen aus Anhui haben sich in Darmstadt vereinigt: eine Delegation der Provinzregierung unter Vize-Gouverneurin Wen Haiying, eine Delegation der Anhui General Chamber of Commerce, und eine Delegation des Automobilverbandes der Provinz.

Auch auf deutscher Seite handelte es sich um eine gemeinsame Aktion mehrerer Organisationen: der Gastgeber, die IHK Darmstadt hatte auch Mitglieder der FrankfurtRheinMain GmbH und des Automotive Cluster Rhein-Main-Neckar eingeladen. SEQUA unterstützte die Veranstaltung über das deutsch-chinesische KMU-Förderprogramm.

Großes Interesse der deutschen Teilnehmer galt der Chery Automotive Group mit Sitz in Wuhu, Provinz Anhui. Chery ist ein noch junger Automobilhersteller, der aufgrund seiner hohen Wachstumsraten aber bereits zum größten Hersteller rein chinesischer Automobile für den Export aufgestiegen ist.

Präsentationen

Präsentationen

Kontaktbörse

Kontaktbörse

© Fotos: Helmut Schönleber

Norddeutsche Werftenkonferenz

Protokoll der norddeutschen Werftenkonferenz am 21. April 1983 in Hamburg

Teilnehmer:

Siehe Anlage 1

Tagesordnung:

Einziger TOP:

Situation des Schiffbaus und der Schiffahrt

Der Erste Bürgermeister Dr. von Dohnanyi eröffnet um 9.15 Uhr die Konferenz und begrüßt die Teilnehmer.

Es folgen die Vorträge der Verbands- und Gewerkschaftsver­treter lt. Anlagen 2 bis 9 in folgender Reihenfolge:

Herr Dr. Budczies, Verband der Deutschen Schiffbauindustrie (VDS)

  • Herr Musa, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
  • Herr vom Steeg, IG Metall
    • Im Anschluß an seinen Vortrag weist Herr vom Steeg die Ansicht des VDS zurück, die Sozialplan-Forderungen zu reduzieren und bestreitet die Kompetenz des VDS zu der­artigen Aussagen. Er distanziert sich von der nach seiner Auffassung in dem Vortrag des VDS enthaltenen Diskrimi­nierung der ausländischen Arbeitnehmer.
  • Herr Dr. de La Trobe, Verband Deutscher Reeder (VDR)
  • Herr Köster, Verband Deutscher Küstenschiffseigner (VDK)
  • Herr Dr. Blume, Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)
  • Herr Merten, Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV)
  • Herr Issen, Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG)

Um 11.30 Uhr eröffnet Bürgermeister Dr. von Dohnanyi die Diskussion zu den Vorträgen.

Auf Fragen von Ministerpräsident Dr. Albrecht weist Herr Dr. Budczies auf den gesamtwirtschaftlichen Strukturwan­del hin und erläutert, daß Diversifikation keinen ausrei­chenden Ausgleich für die schrumpfenden Schiffbauaufträge biete. Außerdem würden Subventionen für die Diversifika­tion diejenigen Werften benachteiligen, die bereits aus eigener Kraft diversifiziert hätten. Der VDMA sei gleicher Ansicht.

Herr Dr. de La Trobe bestätigt, daß es einen Subventions­wettlauf zwischen den Küstenländern gibt, in Einzelfällen auch in Form von Vorverträgen. Dies sei allerdings kein akutes Problem.

Bürgermeister Koschnick merkt an, daß in den Vorträgen die Arbeitslosigkeit als Folge der Werftenkrise nicht angemessen berücksichtigt sei, dieses Problem könne von den Unternehmen allein nicht gelöst werden. Herr Dr. de La Trobe antwortet auf die Frage, ob bei verstärkter Subvention die Schiffs­nachfrage deutscher Reeder wachsen könne, daß es nicht sinn­voll sei, durch eine Erhöhung der Neubauzuschüsse Schiffs­neubauten auszulösen, für die es auf dem Markt keinen ech­ten Bedarf gäbe. Es sei besser, durch Zahlung von Finanzbei­trägen die wirtschaftliche Kraft der Reeder zu stärken. Finanzbeiträge brächten zwar direkt keine neuen Aufträge, würden aber indirekt in einem Dreijahreszeitraum durch Stär­kung der Wirtschaftskraft der Reeder diesen die Möglichkeit für Schiffsbestellungen geben.

Bürgermeister Koschnick fragt, ob ein weltweiter Zuwachs an Reederaufträge entgegen den Prognosen nicht doch durch den Erneuerungsbedarf möglich sei.

Herr Dr. Budczies erwartet mittelfristig keine Belebung der Nachfrage, sondern einen Tiefpunkt 1984/85. Danach sei ein Wiederaufschwung möglich. Auf die weitere Frage, in welchem Umfang die deutschen Werften am Wiederaufschwung nach 1985 teilhaben könnten, erklärt Dr. Budczies, daß bei der Be­urteilung die erheblichen Kostennachteile gegenüber Ostasien zu berücksichtigen sind. Insbesondere die Kostenvorteile von Korea seien nicht einzuholen. Auch in Japan seien die Lohn­kosten pro Schiff geringer, da bei gleichem Lohn mehr Arbeit geleistet werde.

Ministerpräsident Dr. Barschel betont, daß bei einer Umrech­nung des von der IG Metall geforderten jährlichen Auftrags­volumens von 3,5 Mrd DM ein Personalabbau von 6.000 Stellen impliziert wird, wenn davon ausgegangen wird, daß ein Auf­tragsvolumen von 3 Mrd DM zu einem Arbeitsplatzabbau von 9.000 Stellen führt, wie es der VDS vorgetragen hat.

Herr vom Steeg meint dazu, daß die Zahlen und Umrechnung der IG Metall nicht ganz den Realitäten entsprächen, weil die im Handelsschiffbau nicht mehr benötigten Arbeitnehmer über die Diversifikation weiter beschäftigt werden sollten. Im übrigen seien lt. Bericht der EG-Kommission die Lohnkosten in Japan keineswegs niedriger als in der Bundesrepublik.

Minister Dr. Westphal fragt, ob in den Überlegungen der IG Metall das Rationalisierungspotential der Werften berücksich­tigt sei. Herr vom Steeg verweist auf die entsprechenden Aus­führungen in der schriftlichen Unterlage der IG Metall. Da­nach müsse für die durch Rationalisierung wegfallenden Ar­beitsplätze ein Ausgleich durch neue Produkte geschaffen werden, dazu sei ein erheblicher Forschungs- und Entwick­lungseinsatz notwendig und – bisher fehlender – unternehme­rischer Mut.

Herr Dr. Budczies erklärt, Blohm + Voss habe frühzeitig diversifiziert, aber auch in diesem Bereich seien Arbeits­plätze verlorengegangen, wie z.B. die rückläufigen Beschäf­tigtenzahlen im Maschinenbau zeige. Außerdem bedeute Diver­sifikation weitgehend den Einbruch in die Märkte anderer In­dustriebetriebe ohne Arbeitsplatzzuwachs für die Volkswirt­schaft.

Frau Minister Breuel bittet Herrn Dr. de La Trobe um Präzi­sierung zur liefergebundenen Entwicklungshilfe und zu seiner Aussage, unterschiedliche Länderförderungen würden akut keine Rolle spielen. Herr Dr. de La Trobe erläutert, daß liefer­gebundene Entwicklungshilfe aus Sicht der VDR so lange sinn­voll sei, wie geförderte Schiffe nicht als Konkurrenten am Markt für deutsche Schiffe auftreten (z.B. Fischerei, inter-insularer Verkehr). Es sei nicht sinnvoll, Linienschiffahrt von Entwicklungsländern zu fördern (z.B. Volksrepublik China mit Drittländer-Ladung). Auch der VDR halte langfristig eine einheitliche Subventionspolitik der Küstenländer für erfor­derlich. Ein Subventionswettlauf dürfe nicht stattfinden.

Bürgermeister Dr. von Dohnanyi fragt, wie die Gewerkschaften das Problem beurteilten, durch Diversifikation auf den Werf­ten andere Unternehmen zu beeinträchtigen.

Herr vom Steeg verweist auf die notwendige aktive Beschäfti­gungspolitik über ein Beschäftigungsprogramm mit der Folge einer indirekten Belebung der Wirtschaftstätigkeit auch für die Werften. Neue Produkte seien insbesondere in dem Bereich zu suchen, wo der Bedarf anderswo noch nicht abgedeckt sei, beispielsweise im Umweltschutz. Es fehle bisher an der not­wendigen Kontinuität im Aufbau diversifizierter Bereiche über die Konjunkturbewegungen hinweg. Gleichfalls fehle es an der notwendigen Kooperationsbereitschaft der Werften. Im übrigen sei die Fertigungstiefe auf den Werften zu erweitern.

Ministerialdirigent Dr. Obernolte weist auf die Gefahren der Wettbewerbsverfälschung hin, die mit einer Subvention verschiedener Produkte und Betriebe verbunden ist. Zudem dürfe die Diversifikationsförderung kein statisches In­strument sein, da die Maßnahmen in drei bis fünf Jahren überflüssig werden könnten.

Herr Issen bezeichnet für die DAG sowohl die Innovation, d.h. die Erschließung völlig neuer Märkte,als auch das Ein­dringen in bestehende Märkte als für die Werften unverzicht­bar. Die Werften müßten mit ihrer Produktion beweglicher auf die Anforderungen des Marktes reagieren.

Herr Dr. Budczies spricht sich zwar für eine Diversifikation aus, weist jedoch darauf hin, daß kurzfristig dadurch kein Ersatz für 9.000 abzubauende Arbeitsplätze gefunden werden könne. Im übrigen bedinge die notwendige Rationalisierung Arbeitsplatzverluste. Bei der Forderung nach mehr Fertigungs­tiefe sei zu berücksichtigen, daß dies gegen das Prinzip und die Vorteile der Arbeitsteilung zwischen den Werften und der Zulieferindustrie verstoße. Auch die Werften-Enquete habe eine Spezialisierung der Werften auf den Schiffbau so­wie die Übernehme von Komponenten durch andere Betriebe ge­fordert. Grundsätzlich halte der VDS Hilfen für die Diversi­fikation aber längerfristig für richtig.

Minister Dr. Westphal unterstreicht die Gefahr, daß eine Diversifikationsförderung zum Abbau von Arbeitsplätzen bei anderen Unternehmen in der gleichen Region führe. Gleiches gelte für die Forderung nach mehr Fertigungstiefe. Hier sei eine Saldobetrachtung über den Bereich der Werften hinaus notwendig, was bei den Ausführungen der IG Metall fehle.

Herr vom Steeg fordert einen 10 bis 20%igen Anteil schiff­baufremder Produkte. Andere Werften der EG hätten bereits bis 30% erreicht. Im Maschinenbau gebe es Beispiele in Japan, etwa im Bereich des Antriebs. Im übrigen sei es ein Fehler der Werften gewesen, in den 70er Jahren die Beschäftigungstiefe durch Auslagerung einzelner Komponenten zu ver­ringern. Diversifizierung bringe sicher kurzfristig im Ein­zelfall keine massive Beschäftigungssicherung, aber bei einer Mehrzahl von Diversifikationsvorhaben summieren sich die Be­schäftigungserfolge.

Bürgermeister Dr. von Dohnanyi fragt die Verbands- und Gewerk­schaftsvertreter, ob ein Kapazitätsabbau unumgänglich sei und welche Größenordnung er ggf. erreichen müsse.

Herr Merten (ÖTV) spricht die Themen Ladungslenkung, neue Techniken für den Schiffsbetrieb und verschärfte Vorschriften zur Schiffssicherheit als indirekte Hilfen für die Werften an.

Herr Dr. de La Trabe gibt einen Überblick zur Situation aus Sicht des VDR. Danach sei die nähere Zukunft pessimistisch zu beurteilen aufgrund weltweiter Rezession, Übertonnage/Auflieger und Zeitverzögerung des allgemeinen Aufschwungs für Seeschiffsmärkte. Von deutschen Reedern seien keine Auf­träge für Serien- und Großschiffe zu erwarten. Die Auftrags­lage für den Neubau von kleineren und mittleren Schiffen sei bisher relativ günstig gewesen. Es sei aber nicht zu übersehen, ob diese Tendenz anhalte. Herr Dr. de La Trobe spricht sich gegen Ladungslenkung – wie sie die ÖTV fordere – aus. Hin­sichtlich der Billigflaggen seien auch die deutschen Reeder für verschärfte Hafenkontrollen.

Herr vom Steeg erklärt, daß die IG Metall gegen einen Abbau von Kapazitäten sei. Die nach seiner Ansicht zwei bis drei Jahre dauernde Krise sei durch die bereits genannten Alter­nativen zu überwinden. Entlassungen seien keine Lösung.

Auf die Frage von Bürgermeister Dr. von Dohnanyi erläutert Herr Dr. Budczies, daß 20 Mio Fertigungsstunden p.a. im Han­delsschiffbau nur mit Auftragshilfen und unter Aufstockung der Schiffbauzuschüsse zu realisieren seien.

Herr vom Steeg weist auf die derzeitige Kurzarbeit von rd. 10.000 Arbeitnehmern auf den Werften hin. Überstunden wür­den sich auch bei geringerer Auslastung wegen der speziel­len Produktionsbedingungen auf den Werften nicht vermeiden lassen. Ein Verzicht auf Überstunden müßte zum Wettbewerbs­nachteil für deutsche Werften führen.

Ministerialdirigent Dr. Obernolte weist darauf hin, daß eine Diversifikation, aus werfteigenen Mitteln bezahlt, markt­wirtschaftlich unbedenklich sei, ein Einsatz öffentlicher Mittel aber zu einer Verschiebung des Wettbewerbs zwischen Groß- und Kleinbetrieben und in der regionalen Verteilung führe.

Senator Willms fragt nach der Größenordnung der Aufliegertonnage und ob von ihr Reparatur- und Umstellungsaufträge zu erwarten seien. Herr Dr. de La Trobe erläutert, daß über die Zukunft der Aufliegertonnage nur spekuliert werden könne. Wahrscheinlich sei mit einem Abwracken zu rechnen. Bisher sei dies lediglich durch den hohen Abschreibungsbedarf verhindert worden.

Senator Lange fragt nach einer Quantifizierung des Arbeits­volumens neuer Produkte am Beispiel eines Blockheizkraftwer­kes. Herr Dr. Budczies sieht sich zur Beantwortung außerstan­de, da die Antwort vom Einzelfall abhänge.

Auf Fragen von Bürgermeister Koschnick bestätigt Herr Scheer für die DAG die Forderung nach einer Erhöhung der Schiffbau­zuschüsse von 12,5 auf 20%, da die Praxis zeige, daß ver­mehrt deutsche Reeder im Ausland Schiffsneubauten bestellen. Auch die Forderung nach Ausdehnung des Volumens für die Schiffbauzuschüsse sei sinnvoll, damit alle Anträge abgedeckt werden können.

Herr Dr. de La Trobe hält die Wiedereinführung von Finanzbei­trägen und Auftragshilfen für sinnvoller als eine Aufstockung der Schiffbauzuschüsse.

Bürgermeister Dr. von Dohnanyi schließt die Norddeutsche Werftenkonferenz um 12.45 Uhr mit einem Dank an die Teil­nehmer.

 

Dr. Haas                                                                                       Schönleber

 

Anlage 1

Teilnehmer an der Werftenkonferenz am 21.4.1983 in Hamburg

Bundesregierung:

  • Bundesministerium für Wirtschaft
    • Ministerialdirigent  Dr. Obernolte

Länder:

  • Schleswig-Holstein
    • Ministerpräsident Dr. Barschel
    • Minister Dr. Westphal
    • Staatssekretär Hebbeln
    • Staatssekretär Nebel
    • Staatssekretär Behnke (Pressestelle)
    • Ministerialdirigent Dr. Kühl
    • Ministerialdirigent Adrian
    • Ministerialrat Erdmann
  • Bremen
    • Bürgermeister Koschnick
    • Senator Willms
    • Staatsrat Dr. Weiss
    • Senatsrat Theilen
    • Senatsdirektor Dr. Hennemann
    • Herr von Scheven (Pressestelle)
    • Frau Brinkmann
    • die Herren Kollmann,
    • Jurek und
    • Müller
  • Niedersachsen
    • Ministerpräsident Dr. Albrecht
    • Minister Breuel
    • Staatssekretär Meyer
    • Ministerialdirigent Stuhr
    • Herr Dr. von Poser (Pressestelle)
    • Herr Dr. Krautwig
  • Hamburg
    • Erster Bürgermeister Dr. von Dohnanyi
    • Senator Lange
    • Staatsrat Dr. Haas
    • Staatsrat Dr. Schulze
    • Herr Dr. Tidick (Pressestelle)
    • Senatsdirektor Kölling
    • die Herren Jonas,
    • Elers,
    • Schönleber,
    • Dr. Körner,
    • Weichsel,
    • Fiedler,
    • Becker und
    • Piepenbrink

Verbände:

  • Verband der Deutschen Schiff­bauindustrie
    • Dr. Budczies
    • Fante
  • Verband Deutscher Reeder
    • Dr. de La Trobe
    • Dr. Kröger
  • Verband Deutscher Küstenschiffs­eigner
    • Köster
  • Verband Deutscher Maschinen-und Anlagenbau
    • Dr. Blume
    • Brune

Gewerkschaften:

  • IG Metall
    • vom Steeg
    • Dr. Pitz
  • DGB, Landesbezirk Nordmark
    • Sierks
    • Musa
  • DGB, Landesbezirk Niedersachsen
    • Drescher
    • Schmidt
  • Deutsche Angestelltengewerkschaft
    • Issen
    • Winkelmann
  • Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr
    • Merten
    • Benze